Weihnachten 2018

 
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Weihnachten 2018

Weihnachten am Ende eines KrisenjahresUntertitel

Wir feiern Weihnachten am Ende eines Krisenjahres, mit Konflikten und Kriegen in vielen Teilen der Welt; mit Naturkatastrophen, die zeigen, wie ernst wir den Klimawandel nehmen müssen. Wir feiern Weihnachten inmitten einer ernsthaften Krise in Europa, in der die Vision von dem einen und gemeinsamen Haus Europa wieder in nationale Egoismen zerfällt. Und wie immer in der Geschichte sind die Armen die Ersten, die es trifft. Und das nicht nur in den Kontinenten des Südens, wo die große Mehrheit der Menschen auf der Schattenseite unserer gemeinsamen Mutter Erde lebt, sondern auch bei uns in Europa, wo die Schere zwischen Arm und Reich immer größer wird.

Weihnachten ein Fest des Erinnerns

Krippe 2008 109

Foto: Sr. Katharina Horn

Doch was hat das mit Weihnachten zu tun? Nun – wenn wir dem Fest auf die Spur kommen wollen, sehr viel. Was wir zurzeit erleben, ist ja nicht neu in der Geschichte der Menschen. Über die Zeit des Advents bis hin zum Weihnachtsfest begleiten uns in der Liturgie die Verheißungen der Propheten des Alten Bundes. Ihre Texte sind das Zeugnis von Unterdrückung, Versagen und Elend, sind die Geschichte von Hoffnung und Befreiung. Denn genau in dieser Zeit keimt auch die Hoffnung auf, und immer deutlicher wird die Verheißung: Der Herr tröstet sein Volk vor den Augen aller Völker.

Gott kommt in seine Welt, um Hoffnung zu stiften und die Not zu wenden. Er hört den Schrei seines Volkes und das Seufzen seiner Schöpfung. "Heute ist er, der unsichtbare Gott, sichtbar als Mensch erschienen". Und dieses Heute wiederholt sich Jahr für Jahr an Weihnachten. Weihnachten ist Erinnerung an die Taten Gottes und Aufruf zur Tat in der Welt. Weihnachten steht für all das Gute und Schöne, das wir uns für unsere Welt ausdenken und wünschen mögen: eine heilere Welt, und eine geschwisterlichere Kirche.

Weihnachten ein Fest der Liebe

Es war der Franziskanertheologe Duns Scotus, der dafür eine ganz neue Begründung liefert. Gott ist Liebe und will mitliebende Wesen. Das ist der Grund für die Schöpfung und das ist der Grund seiner Menschwerdung. Gott ist ganz und gar Hingabe. Darum will er eine Welt von Geschöpfen, die sich selbst und die andern lieben, eine untereinander vernetzte Schöpfung, eine Wirklichkeit, die sich durch Beziehung und Verbundenheit definiert und nicht durch Abgrenzung und Isolation. Darum wird Gott Mensch, in Jesus von Nazareth unübertroffen gegenwärtig. In ihm will er alle Welt lieben und von aller Welt geliebt werden. Alle sollen erkennen, wo ihre Mitte ist und wie sie zur Einheit der Liebe heranwachsen können.

Eine beglückende Erfahrung

Franz von Assisi hat diese Theologie der Menschwerdung Gottes in einem Krippenspiel 1223 in Greccio lebensnah verständlich und erfahrbar gemacht. Es ist Papst Franziskus, der immer wieder betont, wie wichtig diese franziskanische Spiritualität und das missionarische Charisma und der hl. Franziskus sind - nicht nur für FranziskanerInnen, sondern für die ganze Welt.

Bei einem Seminar der franziskanischen Familie von Südost-Asien-Ozeanien in Thailand konnte ich erleben, wie wahr das ist. Die 73 TeilnehmerInnen kamen aus 7 Nationen. Die Mehrheit waren Laien-FranziskanerInnen, die sich sehr engagiert einbrachten. Das 10-tägige CCFMC-Programm vom 19. – 30.11.18 hatte 5 Schwerpunkte:

  1. Die biblische Grundlage der Mission.
  2. Das franziskanische Missionscharisma im Lichte von Gottes Plan.
  3. Die Geschichte der Franziskanermission - und - Ihre Bedeutung in einer schwierigen Welt.
  4. Die franziskanische Familie - gestern, heute und morgen - und - Das franziskanische Friedensengagement im Blick auf Gerechtigkeit, Bewahrung der Schöpfung und Option für die Armen,.
  5. Franz von Assisi und seine Entscheidung für Jesus Christus
    Es waren erfahrene und kundige TheologInnen und ImpulsgeberInnen aus USA, Europa und Asien, die lebendigen Diskussionen in Gang setzten. Es folgten gegen Ende
  6. Zweitägige-Exerzitien, begleitet von Fr. Robert Manansala OFM, aus den Philippinen.

Seit über 30 Jahren begleiten wir diese CCFMC - Seminare der franziskanischen Familie in Südost-Asien. Das Treffen in Thailand war perfekt vorbereitet. Alle Impulse konnten die Teilnehmer gedruckt mit nach Hause nehmen. Und dort werden auch schon die ersten Pläne entworfen, wie das Seminar nun Früchte tragen soll. „Wir sind uns bewusst, dass es immer noch wichtig ist, Koordinatoren zu trainieren, die den gesamten CCFMC-Kurs in Wort und Leben unterrichten und vermitteln können. Wir werden über diese Dinge diskutieren und hoffentlich wichtige Entscheidungen für die Zukunft des CCFMC in unserem Teil der Welt treffen Die Vermittlung des CFMC an Nicht-FranziskanerInnen ist ein erfrischendes Lebenszeichen. Es zeigt, wie groß das Interesse ist und wie bedeutend und wichtig es ist für die Bewältigung heutiger Herausforderungen."

Seminar Thailand

CCFMC Region Süd-Ostasiens / Ozeanien.

So schreibt Sr. Dorothy Ortega dieser Tage in ihrem Weihnachtsgruß an uns. Besser kann man die Bedeutung und den Sinn unserer Aufgabe im CCFMC Zentrum nicht beschreiben. Denn ohne Begleitung und Ermutigung kann ein internationales Projekt nicht überleben.

P.Andreas

Zurzeit sind wir im Umbruch und in Neuausrichtung. Deshalb hören Sie von uns nicht so häufig, wie bisher. Allen, die unsere Aufgabe unterstützen, sagen wir ein ganz herzliches Vergelt’s Gott. Und ja, wir brauchen auch weiterhin Ihre Unterstützung, damit diese franziskanische Spiritualität ein Impuls bleiben kann für eine gerechtere und menschlichere Welt.

In diese, Sinne

Ein frohes Weihnachtsfest und ein gesegnetes Neues Jahr!

                                         Ihr CCFMC-Team 

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Dokument

CCFMC – Seminar Thailand 2018 - Originalbericht in Englisch

2018_CCFMC_documentation.pdf

 
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