Klara folgt wie Franziskus dem Evangelium. Ihre Haltung ist begründet im tiefen Erstaunen, im bewundernden Schweigen, in der einfühlenden Meditation der Glaubenstatsache, daß sich Gott auf solch unglaubliche Weise offenbarte: Er wird Mensch, Fleisch, arm. Das ist die Mitte des franziskanisch-klareanischen Charismas:
In diesem Spiegel blitzt wider die selige Armut,
die heilige Demut und die unaussprechliche Liebe.
Mit der Gnade Gottes kannst du ihn schauen durch den ganzen Spiegel hindurch
Schau am Anfang des Spiegels die Armut dessen der in die Krippe gelegt ist und in die Windeln gelegt.
O wundervolle Demut! O erstaunliche Armut!
Der König der Enge. Der Herr des Himmels und der Erde - in die Krippe gelegt!
Schau in der Mitte des Spiegels die Demut und die Armut die unzähligen Mühen, die er erduldet hat zur Erlösung des Menschengeschlechts.
Schau am Ende des Spiegels die unaussprechliche Liebe mit der er leiden wollte am Schandmal des Kreuzes mit der er sterben wollte den schändlichsten Tod überhaupt.
Der Spiegel ans Kreuz geheftet mahnt die Vorübergehenden:
Sie sollen hinschauen:
"O, die ihr vorübergeht auf diesem Weg schaut und seht ob ein Schmerz ist wie meiner"
Wir wollen antworten dem der ruft und schreit:
Im Gedenken wollen wir deiner gedenken und es zerfließt in mir meine Seele
(4 Agn 15-24).
CCFMC, LB 19, C 2.3

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