Es ist vielleicht gut, den ganzen Abschnitt in Erinnerung zu rufen, mit dem Franziskus seine Bekehrung schildert: "So hat der Herr mir, dem Bruder Franziskus, gegeben, das Leben der Buße zu beginnen: denn als ich in Sünden war, kam es mir sehr bitter vor, Aussätzige zu sehen. Und der Herr selbst hat mich unter sie geführt, und ich habe ihnen Barmherzigkeit erwiesen. Und da ich fortging von ihnen, wurde mir das, was mir bitter vorkam, in Süßigkeit der Seele und des Leibes verwandelt. Und danach hielt ich eine Weile inne und verließ die Welt" (Test 1-3). Was hier zunächst festzuhalten ist, ist die Tatsache, dass Franziskus Gott mitten in der Welt erfährt: in der Umarmung eines ausgestoßenen, verachteten armen Menschen, in der Begegnung mit der sozialen Not, die ihm in der Gestalt eines einzelnen Menschen entgegentritt. Franziskus zieht also aus einer ganz bestimmten Welt aus: aus der Welt, die geprägt ist durch Herzlosigkeit und die darum immerzu Aussätzige produziert. Und er zieht in eine andere Welt ein: in eine Welt, deren Kennzeichen die Barmherzigkeit ist und die darum die Ausgestoßenen in die Mitte zurückholt. Er will eine Welt, die den Ausgrenzungen jeder Art ein Ende bereitet und die in dem Maße Gott zur Erfahrung bringt, wie eine Begegnung, eine Umarmung, ein Kuss geschieht.
CCFMC, Lehrbrief 1, C 2.2

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