Der Begriff Islam bedeutet "völlige Hingabe", und zwar Hingabe an "Allah" als den einzigen, streng monotheistisch verstandenen Gott. Gläubiges Vertrauen zu ihm wie auch die menschliche Pflicht zu seiner Verehrung sind damit gleichermaßen zum Ausdruck gebracht.
Mohammed, der Prophet der Araber, hatte selbst seiner Stiftung diesen Namen gegeben, als er verkündete: "Siehe, die Religion bei Gott ist der Islam."
Mohammed, der seinem Volke die neue Botschaft des Islams überbrachte, lebte von 569 bis 632 nach Christus. Er stammte aus Mekka. Dort verbrachte er eine harte Jugend, die durch den frühen Tod seiner Eltern gekennzeichnet war. Ein in äußeren Verhältnissen sorgenfreies Leben wurde ihm erst zuteil, als er in den Dienst der reichen Kaufmannswitwe Khadija (Aussprache: j = dsch) trat, die er als 40jährige im eigenen Alter von 25 Jahren heiratete.
Mit dieser Frau, die in den Zeiten äußerster Anfechtung des Propheten mit unwandelbarer Treue zu ihm stand, hat er bis zu deren Tod - etwa in seinem 50. Lebensjahr - in monogamen Verhältnissen gelebt. Erst nach ihrem Tod ging er polygame Bindungen ein. Seine spätere Lieblingsfrau war 'Ajischa, die Tochter Abu Bakrs, der nach Mohammeds Tod zum ersten Kalifen gewählt wurde.
Durch Träume und Visionen wurde Mohammed auf künftige religiöse Erlebnisse hingewiesen. In der Einsamkeit des Berges Hira, in die er sich seitdem jährlich für einen Monat zurückzog, empfing er in seinem 40. Lebensjahr durch den Erzengel Gabriel die erste Offenbarung, der sich in der Folgezeit zahlreiche weitere anschlossen.
Diese Offenbarungen sind eingegangen in den Koran, das heilige Buch, auf dem Religion und Rechtsordnung der islamischen Welt beruhen.
Der Koran ist durch einen außerordentlich günstigen Überlieferungszustand ausgezeichnet. Bereits der erste Nachfolger Mohammeds in der Leitung der muslimischen Gemeinde, der Kalif Abu Bakr (632 - 634), hatte eine Sammlung aller erreichbaren Offenbarungsworte des Propheten angeordnet, und der dritte Kalif, Uthmãn (644 - 656), gab den Befehl zur Bildung einer Redaktionskommission, die knapp 20 Jahre nach dem Tode Mohammeds den endgültigen, kodifizierten Text erstellte, dessen Einheitlichkeit bis heute garantiert ist.
Der Koran ist in 114 Abschnitte gegliedert, die Suren genannt werden. Sie sind nach dem schematischen Prinzip der abnehmenden Länge angeordnet. Nur die kurze, sieben Verse umfassende "eröffnende" (= fatiha) Sure erhielt den ersten Platz im Koran.
Die Verkündigung Mohammeds, die im Koran schriftlich fixiert wurde, war von zwei zentralen Anliegen bestimmt. Einmal setzte er dem Polytheismus Altarabiens das streng monotheistische Bekenntnis zu Allah als dem alleinigen Gott entgegen. Es fand knappen, bündigen Ausdruck in dem Einheitsbekenntnis der 112. Sure des Koran: "Sprich: Gott ist Einer. Er ist der Ewige. Er ist nicht gezeugt, und er hat nicht gezeugt, Ihm gleich ist keiner."
Ein zweites zentrales Anliegen Mohammeds war es, die Menschen auf das endzeitliche Weltgericht vorzubereiten. Das lässt sich besonders daraus erkennen, dass die Vorstellungen von Himmel und Hölle im Koran einen breiten Raum einnehmen. Hierbei wird das jenseitige Leben in den himmlischen Regionen durch Bilder idealer irdischer Verhältnisse dargestellt.
Auf die Verkündigung Mohammeds gehen auch die "fünf Grundpfeiler des lslam" zurück, die für jeden Muslim verbindlich Gültigkeit besitzen. Sie umfassen das Glaubensbekenntnis, das täglich fünfmal zu verrichtende Pflichtgebet, die Armensteuer, das Fasten im Monat Ramadan und die Wallfahrt nach Mekka, die jeder Muslim, sofern er körperlich und wirtschaftlich dazu in der Lage ist, wenigstens einmal in seinem Leben unternehmen soll.
Einige weitere Vorschriften ergänzen die fünf Grundpfeiler.
Zum heiligen Krieg (jihãd = unermüdliches Anstrengen) kann aufgerufen und verpflichtet werden. Verboten sind Weingenus und Glücksspiel. Schweinefleisch gilt als unrein. Die Ehegesetzgebung räumt dem Mann gleichzeitigen Besitz von vier Frauen sowie freie Verfügung über seine Sklavinnen ein.
Diese Praxis wird dadurch begrenzt, dass sie einen hohen Vermögensstand voraussetzt.
Die Verkündigung Mohammeds erreichte zunächst nur einen kleinen Kreis von Gläubigen. Die Mächtigen seiner Heimatstadt Mekka begegneten ihr mit feindseliger Haltung.
Diese Situation erfuhr eine günstige Wende durch die Hijra, die "Auswanderung" des Jahres 622, mit der die Muslime ihre Zeitrechnung beginnen. Leute aus dem nördlich von Mekka gelegenen Jathrib hatten den Propheten und seine Anhänger zur Übersiedlung in ihre Stadt aufgefordert, die bald den Namen "Stadt des Propheten" erhielt, arabisch"medinat annabi", kurz Medina.
In Medina wurde Mohammed zum Planer eines größeren, islamisch beherrschten Gebietes. Als vordringliche Aufgabe erkannte er die Wiedergewinnung seiner Heimatstadt, deren vorislamisches Heiligtum, die Ka'ba, er zum Zielort der islamischen Wallfahrt, des Hãjj erklärte.
Nach achtjähriger Abwesenheit von Mekka und nach kleineren Kämpfen mit den Mekkanern erreichte er einen friedlichen, triumphalen Einzug in seine Heimatstadt. Während seiner beiden letzten Lebensjahre widmete er sich vornehmlich der Ordnung der Wallfahrt. Er starb am 8. Juni 632.
Die Ausbreitung des Islam begann unmittelbar nach dem Tode des Propheten. Islamische Heere gewannen in einem raschen Siegeszug die afrikanischen Gegenküsten des Mittelmeeres und zerstörten nach dem Überschreiten der Meerenge von Gibraltar im Jahre 711 das spanische Westgotenreich. Erst Karl Martell trat ihnen 732 - 100 Jahre nach dem Tod Mohammeds - auf den Feldern zwischen Tours und Poitiers siegreich entgegen.
Da sich in langen Auseinandersetzungen die beiden großen Gegner zur Zeit des islamischen Aufstiegs, Ostrom und Persien, nahezu erschöpft hatten, war es den Muslimen möglich, gleichzeitig mit dem Angriff nach Westen auch den nach Osten siegreich voranzutragen und 642 das persische Reich der Sassaniden zu erobern.
In Indien erlebte der Islam eine Blütezeit im Großmogulreich des 16. Jahrhunderts. Nach Indonesien gelangte er durch die Vermittlung indischer Kaufleute.
In dogmatischer Hinsicht ist der lslam keine in sich geschlossene Größe geblieben. Zur orthodoxen Tradition und Lehre bekennt sich noch die überwiegende Mehrheit der Muslime, die damit an der sunna festhält, an der "Gewohnheit". Von diesen Sunniten haben sich früh die Parteigänger 'Alis getrennt, des vierten Kalifen und Schwiegersohn Mohammeds.
Sie bildeten die "shiat ‘Ali", die "Partei 'Alis". Diese Schiiten, die in Persien am zahlreichsten vertreten sind, anerkennen, obwohl unter sich in zahlreiche Gruppen aufgespalten, doch gleichermaßen nur 'Ali als allein rechtmäßigen Nachfolger Mohammeds. Nach der Lehre der Schia hatte Mohammed kurz vor seinem Tode 'Ali in die letzten Geheimnisse des Islam eingeweiht, und 'Ali vererbte dieses esoterische Wissen in seiner Familie. Seine Nachkommen gelten daher als Imãme, als geistliche Führer und Träger geheimen Wissens.
CCFMC, Lehrbrief 16, C 6,1

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