Eine andere Welt ist möglich
Eine andere Welt ist möglich. Das ist der Glaubenssatz der Globalisierungskritiker, die sich Ende Januar 2010 zum zehnten Mal im „Welt-Sozialforum“ in Porto Alegre versammelt haben. Es war eine verwegene Idee damals: der kühne Versuch nämlich, dem nunmehr seit 40 Jahren in Davos stattfindenden Weltwirtschaftsforum eine Alternative entgegenzusetzen. In nur zehn Jahren hat sich das Sozialforum zur größten Bürgerbewegung der Welt entwickelt. In Davos treffen sich die Reichen und Mächtigen aus aller Welt, um das Credo des Freien Marktes zu singen, der von vielen Anhängern quasi religiös verklärt wird („die unsichtbare Hand Gottes“). Im Weltsozialforum versammeln sich die Opfer der Globalisierung, die im Ellenbogen-Kapitalismus unter die Räder gekommen sind. Es sind kritische Fachleute, die nicht hinnehmen wollen, dass die Welt sich nur noch nach kalten Marktgesetzen ausrichten soll. Es sind Christen, die an die vorrangige Option Gottes für die Armen glauben. Sie alle wollen eine Kehrtwende im Denken und Handeln. Die Wirtschaft ist für die Menschen da, nicht umgekehrt. Das global agierende Kapital muss dienen, nicht herrschen. Also, eine Globalisierung der Herzen wider einen herzlosen Markt!
Sehnsüchtige Hoffnung auf den Anbruch einer neuen Zeit, die für die gegenwärtigen Ängste und Nöte entschädigt, das ist die motivierende Kraft, die in solchen Umbruchzeiten vonnöten ist. Es ist die Aufgabe der Kirche, sie zu stärken und zu vermitteln, wie es im Hoffnungsdokument des II. Vatikanums formuliert ist: „Freude und Hoffnung, Trauer und Angst der Menschen von heute, besonders der Armen und Bedrängten aller Art, sind auch Freude und Hoffnung, Trauer und Angst der Jünger Christi“ (GS 1). Eines der fundamentalen Prinzipien einer sozialen Ordnung aus christlicher Sicht ist „Solidarität mit den Armen“.
Das erfordert mehr, als sich mit hehren Ideen und Konzepten zu beschäftigen. Es verlangt Engagement und eine bestimmte Art zu leben und zu handeln. Gott selbst hat die Armen erwählt und sich auf ihre Seite gestellt. So wird es durchgängig von den Propheten und im Evangelium Jesu bezeugt. Das ist die„Gute Nachricht“ für die Armen, denen das Himmelreich zugesagt ist. In Konsequenz heißt das: „Außerhalb der Armen kein Heil“, wie der Befreiungstheologe Jon Sobrino SJ aus San Salvador die Heilsökonomie Gottes deutet. Die Gerichtsrede Jesu lässt daran keine Zweifel. (Vgl. Mt 25,31ff)
Und für franziskanische Menschen bedeutet das, unser Armutsverständnis gründlich zu überdenken. Lange Zeit wurde Armut als asketische Tugend verstanden, als Abhängigkeit von der Erlaubnis des Oberen im Gebrauch der Dinge. Das mag zwar zu einem sparsamen Lebensstil verholfen haben, mit dem Ideal der Armut hat es wenig zu tun. Unsere Armut muss in Verbindung stehen mit dem bitteren Los der Armen in der Welt: einfach leben, damit andere überleben! Armut so verstanden verlangt Solidarität mit den Armen, verlangt die Identifizierung mit ihrem Kampf für ein besseres Leben und will eine gerechtere Welt, in der alle in Würde leben können. Das sind die Ziele des „Weltsozialforums“. Ihre Akteure und Anhänger sollten sicher sein, dass wir auf ihrer Seite stehen.
Andreas Müller OFM
Einheit der Schöpfung – eine franziskanische Herausforderung
Das von Gott geschaffene Paradies Erde ist in größter Gefahr. Dass der Schöpfung in ihrer Schönheit und Vielfalt Gefahr droht, das kann selbst der Uneinsichtigste nicht mehr übersehen. Was aber sind die Gründe für diese immer rasantere Zerstörung unseres Planeten? Und wie sieht unsere Verantwortung als Christen und Franziskaner angesichts dieser Entwicklung aus?
Die Gründe für die Zerstörung sieht Sr. Marlene in dem Bestreben des Menschen, über die Schöpfung herrschen zu wollen und sich selber zum Zentrum des Universums zu machen. Das habe dazu geführt, dass die Natur zum Wohle einiger weniger Eliten rücksichtslos ausgebeutet wird. Technik sei an sich nicht negativ; sie sei neutral. Doch der Mensch setze die Technik so ein, dass alles Leben bedroht sei. Er zerstöre damit nicht nur die Schönheit der Natur, sondern auch ihre Fähigkeit, sich selbst zu erneuern und zu erhalten. Er riskiert damit, seine Menschlichkeit zu verlieren. Unter dem zerstörerischen Umgang mit der Schöpfung leide nicht nur die Umwelt; er führe auch dazu, dass die Kluft zwischen armen und reichen Ländern, zwischen armen und reichen Menschen wachse.
Die Welt und die Menschen reagieren. Angesichts dieser alarmierenden Entwicklung haben sich internationale Gremien und Länder mit Mahnungen und Vorschlägen zu Wort gemeldet, bisher aber wenig erreicht. Doch viele Initiativen von unten, von der Zivilgesellschaft, von Nichtregierungsorganisationen und engagierten Gruppen lassen hoffen. Weltsozialforum, Welt-Theologieforum, der Internationale Umwelttag am 5. Juni – um nur einige Beispiele zu nennen – machen von sich reden und Mut zum Handeln.
Neue Umweltvisionen müssen her. Die weit verbreitete Auffassung, dass der Mensch im Mittelpunkt steht und nur er Ebenbild Gottes ist, haben vor allem europäische Philosophen entwickelt und propagiert. Eine horizontale Transzendenz und das Prinzip, dass der Mensch über der Natur steht, waren die Folge; nicht nur in Europa, sondern im Zuge der Kolonisierung auch weltweit. „Der Mensch ist also das größte Problem der Erde, er ist die größte Bedrohung für die Natur, für menschliches Leben, für die Zivilisation, für Vielfalt in Natur und Kultur ... Es handelt sich um eine Krise nicht nur der Umwelt und Ökologie, es ist auch eine kulturelle und religiöse und tief spirituelle Krise. Sie stellt die Zivilisation, die wir aufgebaut haben - Religionen nicht ausgeschlossen – grundlegend in Frage,“ sagt Marlene Perera.
An der Suche nach alternativen Konzepten und Ideen beteiligen sich Bewegungen verschiedenster Art. Sie alle suchen nach einem Leben in Harmonie mit der Natur, mit den anderen Lebewesen, mit uns selbst. Die Interreligiöse Bewegung, die Feministische Umweltbewegung und die Bewegung Indigener Völker hätten dabei besondere Dynamik bewiesen.
Das Bemühen der Religionen um ein besseres gegenseitiges Verständnis und um Dialog nimmt zu, sagt Sr. Marlene. Bei allen noch bestehenden Vorbehalten sollte man sich doch fragen, wie die verschiedenen Glaubensrichtungen und Bekenntnisse sich gegenseitig helfen könnten, den „rechtmäßigen Platz des Menschen in der Schöpfung zu finden, als verantwortungsbewusste Hüter und Verwalter, als eine von vielen Spezies in der Natur, mit einer heiligen Verantwortung zur Bewahrung, Förderung und Ernährung allen Lebens auf der Erde, als Diener Gottes.“ Es gebe so viel, was man voreinander lernen könne. Wir müssten uns die selbstkritische Frage stellen, ob wir fähig wären, mit anderen Religionen als Gleiche unter Gleichen an einem Tisch zu sitzen. Neue Träume und neue lebensspendende Visionen seien nur so möglich.
Die Feministische Umweltbewegung habe sich darum verdient gemacht, das über sehr lange Zeit geltende dualistische System mit seiner hierarchischen Ordnung aufzubrechen. Nach diesem Wertesystem steht alles Organische, Körperliche und Erdbezogene – und dazu zählen auch die Frauen und die Natur - auf einer niedrigeren Stufe und können folglich ausgebeutet werden. Die Feministische Umweltbewegung gab Mutter Erde endlich eine Stimme. Die Frauen ebenso wie die Natur würden unterdrückt und müssten befreit werden, um wieder sie selbst sein zu können. Dieser Kampf um Befreiung müsse im wirtschaftlichen, sozialen und politischen Bereich, nicht zuletzt auch auf der religiös-kulturellen Ebene ausgetragen werden.
Die Spiritualität indigener Völker sehe die Natur und alles Leben als etwas Heiliges; es sei das eine Leben, das Gott mit der ganzen Schöpfung und allen Menschen teile. Für diese Völker sei das Land deshalb keine Ware, sondern Heimstatt - die Mutter Erde. Es täte uns gut, betont Marlene Perera, uns wirklich für die Einsichten zu öffnen, die es diesen Völkern möglich machte, ihr Leben in Harmonie mit der Natur einzurichten und zu führen.
Franziskanische Herausforderung. Franz von Assisi sei allgemein berühmt als Mann der Natur. In jeder Phase, in jeder Episode seines Lebens komme zum Ausdruck, wie respektvoll, behutsam, verehrungsvoll er die Schöpfung behandelt. Sein Sonnengesang feiert die Schöpfung. Sein Leben war eine Art ekstatische Union mit Gott in der Natur. Alles betrachtete er als heilig, über die geltenden Grenzen von heilig und profan hinweg.
Schlussfolgerung. Gerechtigkeit gegenüber der Schöpfung sei die Voraussetzung für echte Gerechtigkeit in der Gesellschaft, betont Marlene Perera. Sie erinnert an das, was der junge Marcus Briggs, ein Indianer Nordamerikas, auf der Welt-Theologen-Konferenz in Belém uns allen sagte: er könne unser Öko-Paradigma nicht mehr hören, es sei auf uns selbst bezogen, denn die Sorge um die Umwelt gründe sich eigentlich auf die Bedrohung des menschlichen Lebens. Diese Grenze, sagt Schwester Marlene, müsse überwunden werden, um eine neue ökologische Vision und ein ökologisches Ethos zu finden. Notwendig sei eine Änderung unserer Einstellung in unserem tiefsten Inneren. Also eine spirituelle Herausforderung!
Nachgelesen:
Das Impulsreferat von Sr. Marlene hat gezeigt, wie wichtig es ist, das franziskanische Ideal aus dem jeweiligen kulturellen und sozialen Kontext in den Blick zu nehmen und zu deuten. Nur so können wir als internationale Familie agieren. Ganz darauf abgestimmt sind deshalb auch die Fragen, die sie für die Gruppenarbeit vorbereitet hat:
1. Welchen konkreten Beitrag kann der Kurs leisten zur Kultur der Gewaltlosigkeit, Versöhnung, zum Schutz der Schöpfung?
2. Welchen konkreten Beitrag kann der Kurs leisten zur Befreiung der Menschen und Institutionen von ihrem Verlangen und Streben nach Macht?
3. Welchen konkreten Beitrag kann der Kurs leisten zur Solidarität mit den kleinen grassroot Bewegungen, die das Leben fördern und sich für Gerechtigkeit und Frieden einsetzen?
Das freilich geht nur, wenn wir unsere prophetische Funktion wieder erkennen und wahrnehmen. Dabei sollten wir von Franziskus lernen, mehr durch unser Leben als durch Worte auf das schreiende Unrecht unserer Gesellschaften aufmerksam zu machen. Der CCFMC ist ein Instrument, uns in diese Fähigkeit einzuüben. Voraussetzung sind lebendige Gemeinschaften. Wir sollten als franziskanische Familie ein Netzwerk betender, dienender und prophetischer Gemeinschaften sein, die sich gegenseitig helfen und ermuntern. Nur dann wird die Welt auf uns schauen. Und nur dann können wir auch wagen, Konflikte zu lösen, Streitende zu versöhnen und den Armen und Kranken Botschafter der Hoffnung zu werden. Das ist die unverzichtbare politische und prophetische Dimension unseres Charismas. Der bleibende Auftrag des CCFMC ist, diese zu fördern.
Lateinamerika
Zehn Jahre Weltsozialforum - ein franziskanischer Blick
Aus den Kinderschuhen ist das Weltsozialforum nun langsam herausgewachsen. Jetzt steht die Entscheidung an, mit welchem Instrumentarium und in welche Richtung diese größte regelmäßige Veranstaltung der Zivilgesellschaft in die Zukunft geht. Die Franziskanischen Katechistenschwestern aus Brasilien, die beim jüngsten Weltsozialforum im brasilianischen Porto Alegre dabei waren, schreiben dazu unter anderem:
Es ist dringend erforderlich, den Dialog, das Gespräch zwischen einzelnen Bewegungen und Gruppen weiter zu entwickeln, und für die Einheit in der Vielfalt, in einer Zentrumsbezogenheit ohne Zentralismus zu arbeiten. Es ist erforderlich, einen Konsens für den Aufbau einer anderen möglichen und notwendigen Welt zu finden und dabei langfristig zu planen und das Hier und Heute zu verändern, denn – wie ein nicht genannter Teilnehmer sagte - ‚entweder wechseln wir unser Verhalten oder den Planeten’...
In Rede- und Diskussionsbeiträgen in den verschiedenen Veranstaltungen des Weltsozialforums wurde auch zum Ausdruck gebracht, dass wir eine Krise unserer Zivilisation erleben; eine ihrer tragenden Säulen, nämlich das Wirtschaftssystem, droht zusammenzubrechen. Diese Krise wirkt sich auch aus auf die kulturellen, sozialen und die Umwelt betreffenden Beziehungen.
Zusammenfassend können wir sagen: Wir müssen unsere Schritte dringend beschleunigen und uns als Bewegungen, deren Ziel der Schutz und die Verteidigung des Lebens ist, zusammenschließen. Es muss ein Wirtschaftsmodell entwickelt werden, dessen zentrales Anliegen das Leben und die Solidarität, nicht das Gewinnstreben, ist. Die Politik staatlicher Organe muss so gestaltet werden, dass ein nachhaltiges Gesellschaftssystem davon begünstigt wird, ein System, in dem die gemeinschaftlichen Güter dem Gebrauch, nicht aber dem Missbrauch dienen... „
Katakombenpakt
„Im US-Wahlkampf wurde immer wieder auf den „Traum von Martin Luther King“ angespielt, willens, jenen Traum diesmal zu verwirklichen; genauso wurde anlässlich der 50 Jahre seit Einberufung des II. Vatikanischen Konzils wieder voll Wehmut der Katakombenpakt der dienenden und armen Kirche beschworen. Damals, am 16. November 1965, wenige Tage vor der Abschlussveranstaltung des Konzils, hatten 40 Konzilsväter in der römischen Domitillakatakombe miteinander Eucharistie gefeiert und den sogenannten Katakombenpakt besiegelt.
Eine der treibenden Kräfte dieser prophetischen Gruppe war der brasilianische Bischof Hélder Câmara, dessen 100. Geburtstag wir in diesem Jahr feiern. Jener Pakt pocht in seinen dreizehn Punkten auf die evangelische Armut der Kirche unter Preisgabe von Ehrentiteln, Privilegien und mondänem Auftreten; er pocht auf Kollegialität und Mitverantwortung in einer Kirche, die Volk Gottes ist, auf die Öffnung hin zur Welt und auf geschwisterlichen Umgang miteinander.“
Aus: Pedro Casaldáliga Emerit. Bischof von São Félix do Araguaia, MT, Brasilien, Rundbrief 2009
Download:
http://www.ccfmc.net/wDeutsch/ccfmc/bibliothek/mission_theol/Katakombenpakt.pdf
Zeichen der Zeit
CLAR: Haiti und die Chancen für ein wahres Kairós
Die Erdbebenkatastrophe, die Haiti im Januar 2010 erschütterte, hat der Vorstand der Vereinigung Lateinamerikanischer Ordensleute CLAR zum Ausgangspunkt eines Schreibens an ihre Mitglieder gemacht, in dem es um Haiti geht – aber nicht nur um Haiti. Das Schreiben mit Titel Haiti, auf dem Weg zu einem wahren kairós soll im Folgenden kurz dargestellt werden:
Das Schreiben gibt zunächst einen Überblick über das Ausmaß der Schäden und der Zerstörung durch das Erdbeben, über die ersten Hilfsmaßnahmen und die langfristigen Perspektiven für den Wiederaufbau, aber auch über die Ursachen und Gründe dafür, dass Haiti zu einem Land geworden ist, das mit dem Erdbeben an den Rand seiner Existenz gebracht wurde.
Eine „dauerhafte Lösung“ und eine „solidarische und auf Institutionen gegründete Antwort“ auf die Katastrophe haben der UNO-Generalsekretär und Papst Benedikt XVI angemahnt. Auf diese Weise solle erreicht werden, dass die Ereignisse von Haiti sich in eine Gnade Gottes, in ein kairós, verwandeln. Wie aber soll das bewerkstelligt werden in einem Land mit reicher Kultur, armer Wirtschaft und zerbrechlicher Politik?
Möglich werden könne dies
· mit einem Sinn für die Zugehörigkeit zu der Welt, in der wir leben und zum Glauben, den wir bekennen; denn die Nachhaltigkeit der Antwort hängt ab von der Einbindung von Institutionen, mit denen wir verbunden sind.
· mittels wechselseitigen Zusammenwirkens: Das Zusammenwirken von Fachbereichen und die wechselseitige Verantwortung zwischen den Regierungen, die für die Sammlung und ehrliche Verwaltung der Hilfsleistungen zuständig sind, und der Kirche, die sich um die Wiederherstellung des Sozialgefüges kümmern muss. Dabei spielen die Orden eine wesentliche Rolle. Sie müssen eine historische Präsenz in einer neuen Art wieder zu beleben.
Das Engagement für Haiti müsse auf staatlicher und auf kirchlicher Ebene neue Horizonte erschließen. Die aktuellen Hilferufe dürften dabei aber nicht ungehört bleiben. Es gehe darum, den „Eifer eines Brandbekämpfers“ an den Tag zu legen.
Leonardo Boff: Haiti als Testfall für die Menschheit
Gastfreundschaft und Solidarität sind die Tugenden, derer sich die Menschheit wieder besinnen muss, wenn sie nicht in einer Katastrophe ähnlich der von Haiti untergehen soll. Das schreibt Leonardo Boff in einem Beitrag zum Thema, was die Menschheit aus dem Erdbeben von Haiti lernen soll und muss.
„ ... In nicht all zu ferner Zukunft werden wir viele Haitis haben mit Millionen von Klimaflüchtlingen ... Haiti kann ein Zeichen des Würgeengels sein, der düster umherstreift und mit seiner Sense Menschenleben einfordert. ..
Schon der Philosoph Kant betrachtete die Gastfreundschaft als ein Recht und eine Pflicht aller Menschen, denn wir alle sind Bewohner, oder besser noch Söhne und Töchter dieser Erde. Wir haben das Recht, uns auf ihr zu bewegen, Gastfreundschaft zu nehmen und zu geben. Werden die Staaten bereit sein, dieses Grundrecht jenen Menschenmassen zu gewähren, die ohne Wasser und ohne Ernten in ihren von der Erderwärmung betroffenen Gebieten nicht mehr leben können? Solidarität ist die zweite Tugend. Sie ist untrennbar mit dem Menschsein verbunden und gehört zum sozialen Wesen des Menschen ... Sie bedeutet: kollektives Bewusstsein und Zusammengehörigkeitsgefühl aller...
Wir sind an einem Punkt unserer Geschichte angelangt, in dem wir alle in eine Welt-Gesellschaft eingebunden sind. Ohne Solidarität aller mit allen und auch mit Mutter Erde wird es für niemanden eine Zukunft geben...”

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